Manchmal ist eine Ausbildung in Vollzeit nicht möglich. Dann kann eine Ausbildung in Teilzeit eine gute Wahl sein. Eine Teilzeitausbildung verringert den Arbeitsaufwand im Monat, verlängert aber die Dauer der Ausbildung insgesamt. Statt 3 Jahren dauert sie dann vielleicht 4,5 Jahre. Dadurch wird die Ausbildung besser mit dem eigenen Leben vereinbar.

Ausbildung in Teilzeit
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Für wen eignet sich eine Ausbildung in Teilzeit?
Du solltest dich nur nach reiflicher Überlegung für eine Ausbildung in Teilzeit entscheiden. Für folgende Gruppen kann sie sinnvoll sein:
- Menschen, die ein Kind erwarten
- Menschen, die sich um ein oder mehrere Kinder kümmern
- Menschen, die Angehörige pflegen
- Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen oder physischen Behinderungen
- Menschen, die zusätzlich einer Nebentätigkeit nachgehen
- Menschen mit Lernbeeinträchtigungen wie Legasthenie
- Menschen, die zusätzlich Sprachunterricht in Deutsch benötigen
Du bist dir unsicher, ob eine Teilzeitausbildung das Richtige für dich ist? Sprich mit einer Berufsberaterin oder einem Berufsberater an deiner Schule oder bei der örtlichen Agentur für Arbeit.
Wichtig:Wichtig: Die Vereinbarkeit von Familie und Ausbildung gehört zu den häufigsten Gründen für die Wahl von Teilzeitmodellen. Wichtig dafür ist vor allem eine gute Kinderbetreuung. Unterstützung bei der Suche nach Betreuungsplätzen bekommst du bei den Jugendämtern, deiner örtlichen Agentur für Arbeit und manchmal auch deinem Arbeitgeber.
Wie lassen sich Ausbildung und Familie unter einen Hut bringen? Leonie berichtet von ihren Erfahrungen mit der Teilzeitausbildung und erklärt, wie dieses Modell funktioniert und welche Vorteile es bietet.
Tarek: Berufswahl – Mein Weg: Der Podcast von planet-beruf.de für Schülerinnen und Schüler
Franziska: Teilzeit-Ausbildung – einfach erklärt
Franziska: Hallo zusammen! Ich heiße Franziska und unterhalte mich heute mit Leonie über ihre Teilzeit-Ausbildung. Sie hat die Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement im öffentlichen Dienst bei den Stadtwerken in Bonn bereits abgeschlossen. Heute erzählt sie uns, wie sie auf die Teilzeit-Ausbildung gekommen ist und welche Vorteile das für sie hatte.
Hi Leonie, grüß dich!
Leonie: Hi!
Franziska: Ja, vielen Dank Leonie, dass du dir die Zeit nimmst, mir ein paar Fragen zu beantworten!
Leonie: Ja, vielen Dank! Ich freue mich auch sehr auf das Interview!
Franziska: Du hast deinen Ausbildungsabschluss ja schon in der Tasche. Warum hast du dich dafür entschieden, das in Teilzeit zu machen?
Leonie: Weil ich einen kleinen Sohn habe und nach der Elternzeit, habe ich gesagt: „So jetzt bin ich dran!“ und mache nebst meinem Kind eine Ausbildung. Und das ließ sich am besten vereinbaren mit einer Ausbildung in Teilzeit.
Franziska: Okay, wie würdest du dann konkret die Vorteile benennen, die du dadurch hast?
Leonie: Die Arbeitszeiten haben sich statt 8,5 auf 6 Stunden verkürzt, sodass ich dann in der Regel von 8 bis ungefähr 14 Uhr gearbeitet habe. Und danach in Ruhe nach Hause fahren konnte, in Ruhe vielleicht auch noch die ein oder andere Erledigung tätigen konnte und dann ganz entspannt gegen 15:30 Uhr und 16 Uhr meinen Sohn von der Kita abholen.
Franziska: Wie bist du darauf gekommen, dass es diese Möglichkeit gibt?
Leonie: Ja, tatsächlich war ich da grundsätzlich erstmal – weil der Markt für Teilzeitausbildung gar nicht so groß ist – bei der Bundesagentur für Arbeit. Die haben mich dann auf TEP hingewiesen. Das heißt Teilzeitberufsausbildung – Einstieg begleiten – Perspektiven öffnen. Das ist eine Förderung vom Land NRW und dem Europäischen Sozialfond. Worauf ich dann wiederum auf meinen jetzigen Arbeitgeber aufmerksam gemacht wurde.
Franziska: Jetzt hast du gerade das TEP-Projekt beschrieben. Hattest du noch anderweitige Unterstützung?
Leonie: Auf jeden Fall auch durch meine Eltern oder Schwiegereltern auch. Dadurch, dass die Schule um 8 Uhr begann morgens, war das auf jeden Fall vonnöten, dass einer der Elternteile vorbeikam, um meinen Sohn dann auch zu betreuen und zur Kita zu bringen.
Franziska: Das ist ja super, dass deine Familie dir geholfen hat! Welche Besonderheiten gibt es denn für die Eckdaten, sag ich mal, von dieser Teilzeit-Ausbildung?
Leonie: Die Teilzeit-Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement, besonders bei den Stadtwerken, ist konkret geschaffen worden für Elternteile, oder auch Menschen mit Behinderungen, sodass sich da einfach die persönlichen Umstände mit der Ausbildung mit einer qualifizierten Berufsausbildung vereinbaren lassen.
Franziska: Okay. Wie schaut es denn mit dem Berufsschulunterricht aus? Gibt es da Unterschiede zwischen Vollzeit- und Teilzeitausbildung?
Leonie: Also, die Berufsschule ist für Vollzeit- wie auch Teilzeit-Azubis dieselbe, also das findet konkret an 2 Tagen die Woche statt. Das ist das Gleiche.
Franziska: Verstehe. Du hast deine Ausbildung ja schon abgeschlossen. Hast du Zukunftspläne?
Leonie: Ich habe mich im letzten halben Jahr der Ausbildung dazu entschieden, direkt hintendran meinen Betriebswirt zu hängen, der wird mittlerweile Bachelor Professional genannt. Genau einfach, weil ich in diesem Lern-Flow gerade drin bin und gesagt hab: Wenn nicht jetzt, wann dann? Was dann aber auch berufsbegleitend stattfindet, also Dienstag- und Mittwochabend und jeden zweiten Samstag bin ich dann in der Schule, bin jetzt offiziell dann Studierende.
Franziska: Hm, klingt spannend. Und so zum Schluss, was ist dein Fazit zur Teilzeit-Ausbildung?
Leonie: Ja, tatsächlich finde ich, also habe ich da aus dieser Teilzeit-Ausbildung rausgenommen, dass die Vereinbarkeit von Familie und einer qualifizierten Ausbildung auf jeden Fall viel besser in Teilzeit machbar ist. Ohne Druck, ohne Stress, weil ja auch gerade vor diesen ganzen Prüfungsphasen oder Klassenarbeitsphasen, man viel Zeit auch einfach am Schreibtisch verbringt und das ist viel besser machbar in Teilzeit.
Franziska: Okay, ja, vielen herzlichen Dank!
Leonie: Ja, danke auch!
planet-beruf.de Sprecherin: Bist du auf der Suche nach dem passenden Ausbildungsweg für dich? Es gibt verschiedene Ausbildungsmöglichkeiten. Schau dir auf planet-beruf.de die Beiträge dazu an. Du findest sie unter Welche Ausbildungswege gibt es? Da findest du Ausbildungswege, die zu dir passen. Mach dich schlau! Es lohnt sich.
Welche Ausbildungen kann ich in Teilzeit absolvieren?
Grundsätzlich kannst du jede duale Berufsausbildung in Teilzeit absolvieren. Das sind alle Ausbildungen, die teils im Betrieb, teils in der Berufsschule stattfinden. Dein Ausbildungsbetrieb muss allerdings zustimmen, du hast also keinen Rechtsanspruch auf eine Teilzeitausbildung.
Auch in manchen schulischen Ausbildungen ist Teilzeit möglich, zum Beispiel in der Pflege. In stark nachgefragten Branchen wie dieser gibt es dafür oft spezielle Klassen, manchmal absolvierst du auch nur die Praxis in Teilzeit und die Schule in Vollzeit.
Berufsschule in der Teilzeitausbildung
Die Berufsschulzeiten können in der Regel nicht verkürzt werden. In der Schule musst du daher fast immer Vollzeit anwesend sein. In seltenen Fällen werden auch für duale Ausbildungen Teilzeit-Berufsschulklassen angeboten. Gelegentlich sind auch individuelle Ausnahmeregelungen möglich. Wende dich für weitere Informationen hierzu direkt an deine Berufsschule.
Was du sonst noch wissen musst
Hier findest du die wichtigsten Informationen und Richtlinien zur Ausbildung in Teilzeit.
Du kannst deine Arbeitszeit während der Ausbildung auf maximal die Hälfte verkürzen. Wie viel du während der Woche oder pro Tag arbeitest, besprichst du mit deinem Arbeitgeber oder deiner Arbeitgeberin. Das Ergebnis sollte zu deiner Lebenssituation und zu den Anforderungen deines Ausbildungsbetriebs passen.
Wenn deine wöchentlichen Arbeitsstunden geklärt sind, passt der Betrieb den Ausbildungsplan an die Teilzeitstelle an. Daraus ergibt sich, um wieviel sich deine Ausbildung verlängert. Sie darf jedoch höchstens 1,5-mal so lange dauern wie eine Vollzeitausbildung, also zum Beispiel 4,5 statt 3 Jahre. Wie bei einer Vollzeitausbildung kannst du die Ausbildungszeit unter bestimmten Voraussetzungen verkürzen, etwa bei besonders guten Leistungen.
Auch in einer Teilzeitausbildung steht dir eine faire Ausbildungsvergütung zu. Diese richtet sich im Regelfall nach deiner reduzierten Arbeitszeit. Manche Ausbildungsbetriebe bieten Teilzeitauszubildenden aber auch eine ungekürzte Vergütung. Wenn dein Azubi-Gehalt nicht für den Lebensunterhalt reicht, gibt es Möglichkeiten für finanzielle Unterstützung für deine Ausbildung.
Dein Ausbildungsbetrieb kann den Ausbildungsplan so anpassen, dass er zu deinem Teilzeitmodell passt – also sowohl für die Zeit im Betrieb als auch in der Berufsschule. Danach stellst du mit deinem Betrieb den Antrag für die Teilzeit-Berufsausbildung. Welche Stelle dafür zuständig ist, steht im Berufsbildungsgesetz. Das kann zum Beispiel die Handwerkskammer sein.
Wenn sich deine Lebensumstände später ändern, kannst du in Abstimmung mit deinem Unternehmen in Vollzeit wechseln. Umgekehrt können auch Vollzeitauszubildende während der Ausbildung in Teilzeit wechseln, wenn der Betrieb zustimmt.
Tipp:Tipp: Teilzeit-Angebote und Finanzhilfen lösen nicht alle Probleme. Wenn du weitere Unterstützung benötigst, wende dich an die Berufsberatung der Agentur für Arbeit. Sie vermitteln dir bei Bedarf Sprachkurse oder Alltagshilfe im Rahmen einer Assistierten Ausbildung.
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